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23. Februar 2026 8 Minuten

Absolution und Prohibition

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor exakt einem Jahr hat sich Friedrich Merz schon mal über ein Wahlergebnis gefreut.

Doch genau 12 Monate nach der Bundestagswahl sind es im Vergleich deutlich imposantere 91,17 %, mit denen er nun in Stuttgart als CDU-Vorsitzender wiedergewählt wurde. Auf die CDU als rückenstärkende Kanzlerpartei ist eben auch Verlass, wenn es intern kriselt (€).

Der Kanzler schnitt sogar etwas besser als bei seiner ersten Wiederwahl 2024 und auf Augenhöhe mit den Sphären von Angela Merkel ab. Die war übrigens seit 2019 das erste Mal wieder live auf einem CDU-Parteitag – verpasste aber die Verkündung des Ergebnisses durch Verzögerungen im Betriebsablauf des Parteitags. Die Gratulation folgte dann per SMS. Mehr über den Auftritt der Altkanzlerin hat t-online.

  • Die Wahl des Parteivorsitzes sollte eigentlich digital laufen, doch wegen technischer Probleme ist die CDU spontan auf Stimmkarten umgestiegen. Auch ein Testdurchgang half nicht. Dort wurde gefragt, wer die Fußball-WM 2026 gewinnt. Ein Ergebnis ist zwar nicht bekannt, aber wir hätten da eine Vermutung.

  • Zuckersteuer, Social-Media-Verbot, Rente: Was inhaltlich beschlossen wurde, fasst die Zeit zusammen. Wie schnell sich das heiß diskutierte Digitalverbot überhaupt umsetzen lässt, zeigt die Tagesschau.
  • Welche Beschlüsse den Koalitionspartner auf die Palme bringen könnten, weiß n-tv.
  • Schon vorab machte Merz’ Alkoholverbot von sich reden: Aber ab 19 Uhr war die CDU-Prohibition laut Tagesspiegel schon Geschichte.

Weit weg von Stuttgart wurde die Berlinale mit deutlich mehr öffentlichem Streit beendet: Der Nahost-Konflikt war auch während der Preisverleihung Thema. Umweltminister Schneider verließ aus Protest gegen die Rede des Regisseurs Abdallah Alkhatib vorzeitig den Saal.

Abseits davon wurde auf der Bühne Geschichte geschrieben: Mit dem Sieg des Films “Gelbe Briefe” (zum Trailer) von Regisseur Ilker Çatak ging der Goldene Bär für den besten Film (alle Preisträger) nach 22 Jahren wieder nach Deutschland. Damals war es übrigens “Gegen die Wand” (2004) von Fatih Akin und weitere 18 Jahre zuvor der RAF-Film “Stammheim” (1986) von Reinhard Hauff. Das Monopol-Magazin über den “Sieg des politischen Kinos”.

Auch eine andere Edelmetall-Börse schloss. Die Olympischen Spiele gingen mit einer pompösen Abschlussfeier zu Ende, die Bilder gibt es hier. Versöhnlich geht auch die Geschichte von Gold-Rodler Max Langenhan und dem Bundeskanzler aus: Die haben sich nach dem Anruf-Fauxpas ausgesprochen. Anfeindungen erlebt hingegen US-Athlet Gus Kenworthy nach seinem “Pinkel-Protest” gegen ICE – nun äußerte sich der Skifahrer dazu.

Mit den besten Grüßen zum Wochenstart

Philipp Sälhoff


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