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18. Mai 2026 8 Minuten

Wenigstens Europameister

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Wal ist tot, Deutschland scheitert beim ESC und die Bundesregierung könnte sich schon bald die nächste Klatsche abholen.

Es gibt aber auch Nachrichten, die mehr Entertainment versprechen.

So wird Wolfgang Kubicki wohl neuer FDP-Chef. NRW-Landeschef Henning Höne zog überraschend seine Kandidatur zurück und soll nun erster Vize werden. Damit bleibt Kubicki derzeit als einziger Kandidat für den FDP-Bundesvorsitz – gewählt wird in zwei Wochen in Berlin. Strack-Zimmermann ist irritiert und der Tagesspiegel fragt sich, wie rechtspopulistisch die Liberalen nun werden (€) könnten.

Diese politische Gangart kann auch Ulf Poschardt par excellence zur Aufführung bringenDoch nun hört er als Welt-Herausgeber auf und will, wie er selbst sagt, die “Ricarda Lang des Journalismus“ und “freiester Mitarbeiter” von Axel Springer werden (€). Die taz hatte sich vor Kurzem des Phänomens Poschardt angenommen.

Ein neues Amt tritt auch Cem Özdemir an – allerdings mit Fehlstart. Mindestens 19 Abgeordnete aus der neuen grün-schwarzen Koalition in Stuttgart verweigerten ihm die Gefolgschaft bei der Wahl zum Ministerpräsidenten. Özdemir ist damit aber dennoch der erste Regierungschef mit türkischen Wurzeln in der Geschichte der Bundesrepublik und nach Winfried Kretschmann der zweite grüne.

  • Die RP mit einem aktuellen Blick auf seine Lebensgeschichte.

  • Sein Kabinett gibt es hier in der Übersicht.

  • Warum in schwarz-grünen Gedankenspielen gerade wieder mehr Phantasie steckt, analysiert t-online.
  • Wie sein neuer Vize Manuel Hagel bei der Wahl die AfD auflaufen ließ, zeigt unser Fundstück der Woche.

Ungleich mehr Stimmen wurden der deutschen Kandidatin Sarah Engels beim ESC in Wien verweigert. Von keinem einzigen Land gingen Zuschauerpunkte an Deutschland und damit ging es vor den Augen von Kulturstaatsminister Weimer auf den drittletzten Platz, also auf gewohntes Terrain. Der war auch nach Wien gereist, um den israelischen Sänger zu hören.

Denn der Nahostkonflikt dominierte auch diesmal die politische Dimension des Wettbewerbs: Aus Protest hatte der Schweizer ESC-Sieger von 2024 seinen Siegerpokal zurückgegeben, Spanien, die Niederlande, Irland, Slowenien und Island boykottierten ganz. Nach dem überraschenden Erfolg Israels beim Publikumsvoting 2025 entbrannte unter Fans und Teilnehmerländern eine heftige Debatte über Fairness und politische Kampagnen. Eine israelische Regierungswerbeagentur hatte eine großangelegte Kampagne über Google-Produkte finanziert hatte, um Stimmen zu mobilisieren. Auch in diesem Jahr gewann Israel überraschend das Public Voting und reizte dabei die Marketing-Regeln mindestens aus.

  • Der Spiegel über zwei Minuten, in denen die Existenz des ESC auf der Kippe stand (€).

  • Ein Ende des Kulturkampfs um Israel fordert die taz.
  • Wer stimmte für wen, wer gewann wie Bulgarien nur einmal und aus welchem Land kamen die meisten Zuschaueranrufe – die Datenperspektive hat ntv.
  • Alle Acts gibt es in der Fotoserie.

  • Ein Rückblick auf die (versteckten) politischen Botschaften, Machtspiele und Konflikte des ESC hat der NDR.
  • Der Gesangswettbewerb ist auch immer ein Statement für Vielfalt. Zum Internationalen Tag gegen Homophobie hat auch der Bundestag Flagge gezeigt.

Das hat er auch bei der Europameisterschaft der Parlamentarier: Der FC Bundestag konnte sich nach Siegen über Finnland und die Schweiz und einem umkämpften 0:0 gegen Österreich beim Duell der Parlamentsmannschaften endlich mal wieder durchsetzen. Wir gratulieren zum EM-Titel!

Mit den besten Grüßen

Philipp Sälhoff


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