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26. Oktober 2026 • 10 Minuten

Gehackt und vertippt

Liebe Leserin, lieber Leser,

“ein paar Gigabyte unwichtiges Zeug”.

So nennt der AfD-Schatzmeister die mehr als 400.000 geleakten E-Mails der AfD. Das trifft die Sache, vorsichtig formuliert, nicht ganz:

  • Die Details zum Datensatz und den datenschutzrechtlichen Konsequenzen für die Partei hat t-online zusammengetragen.
  • Lilith Wittmann hat mit den Hackern gesprochen und erklärt ihr Vorgehen.
  • Auch die Spendenaffäre um Alice Weidel rückt durch den Leak wieder in den Fokus: Geleakte Mails belasten (€) die AfD-Chefin.
  • Interessante Details über Weidels Wandel und ein wenig Merkel-Flair hat die Augsburger Allgemeine.
  • Außerdem pikant: E-Mails zeigen (€) nun, wie sieben AfD-Politiker während des Bürgerkriegs nach Syrien einreisten, wohl mithilfe der Hisbollah und Russlands.

IT-Panik machte sich auch Mitte letzter Woche breit, nachdem massive Sicherheitslücken in der weltweit zentralen Programmiersprache PHP öffentlich wurden. Welche Geräte bei Ihnen zu Hause betroffen sein könnten, weiß der WDR.

Auch bei der neuen Tabaksteuer gibt es Nachholbedarf: Denn statt wie geplant am 1. Januar 2027 trat das Gesetz versehentlich bereits letzte Woche, am 21. Oktober, in Kraft. Ein technischer Fehler, wie das Bundesfinanzministerium schreibt. Das falsche Datum durchlief unbemerkt das gesamte parlamentarische Verfahren. Der Schaden bleibt aber eher kommunikativer Natur: Denn “Druckfehler oder andere offenbare Unrichtigkeiten” dürfen auch nach der Gesetzesverabschiedung über § 61 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien berichtigt werden. Doch es gibt auch andere Sichtweisen.

“Berichtigen” will auch Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro das Wahlergebnis in Brasilien. Dort hat Amtsinhaber Lula die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen und geht in seine nunmehr vierte Amtszeit, sein Herausforderer will aber die Annullierung der Wahl beantragen. Wie der 80-jährige Lula es als erster Kandidat seit 1985 geschafft hat, seine Niederlage in der ersten Wahlrunde umzudrehen, weiß CNN.

Dass Wahlniederlagen auch einfach zur Kenntnis genommen werden können, zeigt Serbien: Dort hat Langzeit-Machthaber Vučić seine gestrige Niederlage in der Parlamentswahl akzeptiert. Nach der Niederlage von Orbán ist es die nächste bittere Pille für den Kreml.

Immerhin kann man sich in Moskau dann voll und ganz auf die US-Midterms nächste Woche konzentrieren.

  • Mittendrin statt nur dabei ist dort auf einmal auch ein deutscher Autobauer: “Vorsprung durch Anbiederung” kommentiert Kai Klicker-Brunner den Auftritt des Audi-CEOs als Edel-Wahlkampfhelfer für Trump.
  • Ein äußerst geschmackloser republikanischer Wahlkampfspot wird parteiübergreifend kritisiert. Trump hingegen lobt den “sehr kraftvollen Spot”.
  • Wie er zudem versucht, die Wahl zu beeinflussen, hat der Standard zusammengefasst.
  • Wie die Wahlen zum Sportwetten-Event verkommen, hat Martin Fehrensen aufgeschrieben.

Wenn Sie Ihre Wetten auf den Wahlausgang in geselliger Atmosphäre abgeben wollen, laden wir Sie zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung herzlich zu unserem Wahlabend am 3. November mit dem Transatlantikkoordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi, ein!

Für ausreichend Speis und Trank ist außerdem gesorgt, denn es kann spät werden. Auch weil die USA am kommenden Wochenende ebenfalls die Zeit umstellen – und auch dort wird darum politisch gestritten. Wir hatten das Vergnügen ja gerade und zu diesem Anlass hat heise sich auf eine satirische Zeitreise durch die unendlichen Wirrungen der “europäischen Zeitpolitik” gemacht.

Mit den besten Grüßen zum hoffentlich ausgeschlafenen Wochenstart

Philipp Sälhoff


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