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14. Oktober 2026 • 3 Minuten

Datencheck zum Einfluss ukrainischer Drohnenangriffe auf „Pro-AfD-Bots“

English Version: Click here to read the English version of this analysis.

Nein, die ukrainischen Drohnen haben nicht die Social-Media-Reichweite der AfD einbrechen lassen.

Nach den Angriffen auf Yandex kursierte schnell eine Grafik zum angeblichen Einfluss auf die „Pro-AfD-Bots“. Richard Schwenn und Ralph Friedrich haben in unsere polisphere-Monitoring-Daten geschaut, um zu sehen, was dran ist:

Keine statistisch auffälligen Rückgänge bei den einschlägigen Desinformations- und prorussischen Akteuren (darunter auch eindeutige Social Bots) sowie AfD-Vorfeld auf TikTok, Telegram und X (siehe Grafik, 1,3 Millionen Posts im Betrachtungszeitraum).

  • Unter den Beiträgen von Partei- und Politikeraccounts aller Parteien ist die Aktivität normal. Dort setzt eben solche koordinierte Reichweitenverstärkung häufig an. Das zeigen auch die Daten des Potsdam Social Media Monitor.
  • Auch bei Kreml-Kampagnen-Klassikern wie Doppelgänger und Matrjoschka noch keine großen Veränderungen: Bestehende Bots sind nicht weniger aktiv und es werden nicht weniger neue angelegt.
  • Social Bots laufen kaum über Rechenzentren mit öffentlichen IP-Adressen. Meist stecken Smartphone-Farms und VPNs dahinter. Die oft daneben gelegte Grafik von Cloudflare-Daten zum ausgehenden Bot-Verkehr aus den Datenzentren zeigt, dass die Webcrawler eines Suchmaschinenanbieters eben ausfallen, wenn selbige Zentren angegriffen und abgeschaltet werden.

Warum der Chart so viral gegangen ist? Eventuell ein Mix aus Confirmation Bias zur Bedeutung von russischen Bots, Mixup bei den technischen Details und vielleicht auch bewusstem Agenda Setting.

Yandex hat es also getroffen. Den Pro-AfD-Diskurs in Deutschland nicht.

Unser Leiter Bereich Datenanalyse und KI Richard Schwenn zur Thematik bei Capital.

Zum SZ-Artikel zur falschen KI-Grafik hier.