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21. April 2026 7 Minuten

Buckelwal und Staatspersonal

Liebe Leserin, lieber Leser,

Deutschland fiebert mit einem gestrandeten Wal (zum Timmy-Liveticker), der FC Bayern ist Meister (was sogar im belgischen Parlament gefeiert wird) und Christian Lindner entdeckt den Alltag des Vater-Seins.

Für einen nostalgischen Moment könnte man in selige Zeiten vor der Multikrise entschwinden, doch vor allem die Energiekrise hält die deutsche Politik fest im Griff. Das macht sich demoskopisch bemerkbar: Die SPD fällt in manchen Umfragen gar auf 12 % und damit auf ein Niveau von 2019 und die CDU muss die AfD teilweise auf 4 Punkte ziehen lassen.

Also wahrlich kein Grund zum Feiern. Daher gab es beim Bundespresseball (Fotos) auch so wenig Kabinettspräsenz wie seit Jahren nicht mehr – nicht nur Friedrich Merz war anderweitig beschäftigt und man wollte wohl auch kein “falsches” Signal setzen.

So eins wäre etwa eine saftige Erhöhung der Beamtenbezüge, während überall anders gespart werden muss. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts soll aber genau das passieren. Staatssekretäre würden so bis zu 40.000 € mehr im Jahr bekommen. Ein Plus von entspannten 20 %. Davon hätten auch der Bundeskanzler und die Minister profitiert, wie der Merkur vorrechnet.

Doch das Plus für die Regierung soll nun ausfallen und auch Beamte sollen weniger Geld als geplant bekommen. Gerade bei Spitzenbeamten (€) fällt die Lohnerhöhung niedriger aus: Ein B3-Besoldeter würde dann nur 10.572,91 € statt 10.854,48 € verdienen. Bei den Pensionen soll es aber mitunter Zuwächse von stolzen 15 % geben. Auch an der nächsten Diätenerhöhung gibt es nun Kritik – sogar aus dem Parlament selbst.

 

Einer, der seine Bezüge schon selbst gedeckelt hat und das auch für Abgeordnete fordert, zieht sich nun zurück: Linken-Chef Jan van Aken tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an. Luigi Pantisano (Porträt) hat seine Kandidatur angekündigt, unterstützt von Co-Chefin Ines Schwerdtner. Nicht kandidieren will hingegen Heidi Reichinnek, dafür aber SPD und AfD frontal angreifen.

Dafür konnte die CDU in Berlin (hoffentlich) schmunzeln. Nachdem mehrere CDU-Einrichtungen in den letzten Wochen im Zuge von digitalem Vandalismus zu “Eierhäusern” umbenannt wurden, traf es im Zuge der Korrektur unverschuldet den traditionsreichen Biergarten “Eierhäuschen” (€) im Berliner Plänterwald. Auf Google wurde daraus kurzerhand die CDU-Parteizentrale. Friedrich Merz ließ sich wohl nicht in seiner neuen Wirkungsstätte blicken.

Und der Buckelwal? Der hängt (immer noch) fest und mobilisiert nicht nur helfende Hände, sondern auch allerlei politische Verschwörungserzählungen.

Mit den besten Grüßen

Philipp Sälhoff


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