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27. April 2026 8 Minuten

Völker, hört die Signale ab!

Liebe Leserin, lieber Leser,

Signal ist und bleibt ein sicherer Messenger.

Aber gegen Betrugsmaschen ist auch er nicht geschützt und auf eine davon ist anscheinend ein eklatanter Teil der Spitzenpolitik reingefallen. Die Methode ist nicht neu: gefälschte Nachrichten von Signal fordern zur PIN-Eingabe auf. Unter anderem sollen die Geräte von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und den Bundesministerinnen Verena Hubertz und Karin Prien kompromittiert worden sein. Auch Gruppenchats mit dem Kanzler könnten so einsehbar gewesen sein.

  • Die Bundesregierung sieht Russland als mutmaßlichen Drahtzieher. Der Generalbundesanwalt ermittelt schon seit Februar.

  • Nicht das erste Mal, dass der Messenger für Aufruhr im Politikbetrieb sorgt.

  • Wie die Nachrichten aussehen und Sie sich schützen können, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zusammengetragen.

So laut, dass man sich nicht einhacken musste, ist es wohl beim Krisen-Treffen in der Villa Borsig gewordenZwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil ging es wohl hoch her, die Sitzung musste unterbrochen werden. Auslöser waren unterschiedliche Erinnerungen an Absprachen im Vorfeld: Klingbeil bestand auf Zugeständnisse, die Merz gemacht haben soll – der Kanzler wies diese zurück.

Auch beim White House Correspondents‘ Dinner gab es einen ungeplanten Zwischenfall: Trump und hochrangige Kabinettsmitglieder wurden aus dem Ballsaal des Washington Hilton evakuiert (Videos und Fotos), nachdem Schüsse im Komplex fielen. Ein Bewaffneter hatte versucht, einen Sicherheitsposten zu durchbrechen, wurde gestoppt und in Gewahrsam genommen, ohne dass er jemanden verletzen konnte. Das Dinner, das seit 1921 stattfindet, soll innerhalb von 30 Tagen nachgeholt werden.

  • Wer Cole Allen, der selbsternannte “freundliche Bundesattentäter” ist.

  • Warum der Vizepräsident vor seinem Chef in Sicherheit gebracht wurde und die Momente im Video.

  • Das Sicherheitskonzept steht nun in der Kritik. Was hilft dagegen? Richtig, ein neuer und sicherer Ballsaal im Weißen Haus – so argumentiert zumindest der Präsident.

  • Es war Trumps erstes Correspondents‘ Dinner als amtierender Präsident, in seiner gesamten ersten Amtszeit blieb er dem fern. Das hat mit der Ausgabe von 2011 zu tun, bei dem Obama und Comedian Seth Meyers ihn verspotteten – ein Abend, der als Wendepunkt in Trumps politischer Biografie gilt (€).
  • “There will be some shots fired” kündigte im Vorfeld des Dinners Trumps Sprecherin Karoline Leavitt an – kurz darauf fallen die Schüsse. Selbstverständlich ein fruchtender Nährboden für Verschwörungserzählungen aller Art, die ZDFheute versammelt.
  • Es war nicht der erste Präsident, der im Hilton Washinghton zur Zielscheibe wurde: 1981 überlebte Ronald Reagan an gleicher Stelle schwer verletzt einen Attentatsversuch.

  • Für Trump war es bereits das dritte Attentat, eine Liste aller Attentate auf US-Präsidenten gibt es hier.

  • Einer ließ sich vom Chaos aber gar nicht beirren und wurde so als “salad man” zum Social Media Star.

Leider nicht unverletzt blieb hierzulande Armin Laschet. Der Ex-Kanzlerkandidat hat sich bei einem Unfall mit seinem Lieblingstransportmittel (€) in Aachen die Schulter gebrochen. Es geht ihm aber den Umständen entsprechend gut.

Von seinem Edelfan Markus Söder haben wir bisher noch keine Genesungswünsche gelesen. Der bayerische Ministerpräsident will aber seine Social Media Kommunikation überdenken: “Weniger Döner, mehr Politik”. Hier warten wir wiederum noch auf Reaktionen von Ricarda Lang, die nun wichtigen Content verlieren könnte.

Ein anderer Aktivposten auf Social Media ist Ex-Staatsminister Michael Roth. Der wurde nun bei Podiumsdiskussion an der Berliner Hertie School ausgeladen (€), weil Studierende mit Störungen drohten. Hintergrund ist der Nahostkonflikt. Diesen Konflikt zu befrieden wird auch eine Aufgabe für die im Berliner Politikbetrieb nicht unbekannte, voraussichtlich neue Chefin der Hochschule (mehr im Personalticker).

Einen anderen Langzeit-Konflikt hat sich Richard Gere zum Lebensthema gemacht. Nun war der US-Schauspieler im Bundestag und traf den Parlamentskreis Tibet. Auch ein Selfie mit der CDU-Abgeordneten Ellen Demuth war drin, Gere-Komplimente inklusive.

Mit den besten Grüßen zum Wochenstart

Mit den besten Grüßen

Philipp Sälhoff


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