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11. März 2026 3 Minuten

Scharia statt Spätzle

Liebe:r Leser:in,

wenn mit Breaking Bad und Braveheart Kriegspropaganda gemacht wird.

Die Trump-Regierung will ihren Krieg gegen den Iran zwar nicht konsistent erklären, dafür aber promoten und in ein positives Licht rücken – und postete dazu nun vom offiziellen X-Account des Weißen Hauses Szenen aus Hollywood-Filmen und Serien, alles unter der Überschrift “JUSTICE THE AMERICAN WAY”. Mit dieser Form von “Slopaganda” zeigt sie so nicht nur ein zynisches Level an Empathielosigkeit und Grausamkeit, sondern demonstriert auch, wie Propaganda, Rage Bait und die Flutung des Informationsraumes als Ablenkungstaktik zusammenwirken. Wie die MAGA-Anhänger auf Truth Social den Kurs der Regierung trotzdem weiterhin verteidigen und stattdessen Trump-Kritiker:innen angreifen, zeigt diese Auswahl von Reaktionen.

Gleichzeitig geht der Iran auf eine Desinformationsoffensive und auch der Kreml bemüht sich, Kapital aus den Entwicklungen zu schlagen:

  • Laut einer Analyse von NewsGuard versucht Russland durch die Matroschka-Kampagne vor allem anti-ukrainische Narrative zu verstärken.
  • Dass vor allem staatliche iranische Akteure hinter kursierender Desinformation und KI-generierten Videos und Bildern stecken, hat ABC News analysiert.
  • Diese Propaganda “in extremen Zügen” dient vor allem der Darstellung eigener angeblicher Stärke, wie Publizistin Gilda Sahebi beschreibt.

  • Wie häufig die KI-generierten Videos von Chatbots wie Grok fälschlicherweise als realistisch bezeichnet werden, beschreibt die BBC.

In Baden-Württemberg werden derweil ähnliche absurde Takes verbreitet. Bereits vor der Wahl wurde vor einer “Islamisierung” des Landes und einer Einführung der “Scharia” gewarnt, sollte Cem Özdemir Ministerpräsident werden. Nach dem Wahlsieg der Grünen wird dieses Framing nun weitergeführt. Die AfD-Bundestagsabgeordnete Christina Baum spricht so beispielsweise von “Sultan Özdemir” und “gratuliert” den “noch mehrheitlich christlichen Baden-Württembergern zum ersten muslimischen Ministerpräsidenten”. Martin Sellner, Kopf der Identitären Bewegung, bezeichnet dies gar als “ausländische Kolonialisierung”. Der Martin Sellner, der übrigens gerade die gesichert rechtsextreme IB in eine Partei umgewandelt hat, um ein Verbot der Bewegung aufgrund ihrer extremistischen Programmatik zu erschweren.

Mit den besten Grüßen

Hannah Schimmele


Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen Desinfo-Briefing als Editorial erschienen. Wenn Sie das Briefing mit den neuesten Hintergründen und Analysen rund ums Thema Desinformation erhalten wollen, abonnieren Sie es gerne hier.

Autor:in

Foto von Hannah Schimmele

Hannah Schimmele

Projektmanagerin