Oreschnikrasseln aus Moskau

Liebe:r Leser:in,
Moskau droht und droht.
Nach dem russischen Großangriff auf die Region Kyjiw, der als Vergeltungsschlag für den ukrainischen Angriff auf die russisch besetzte Stadt Starobilsk in der Ostukraine dargestellt wird, eskaliert der Kreml (rhetorisch) immer weiter: “systematische Angriffe” auf Kyjiw, ausländische Diplomaten sollen die Stadt verlassen und auch Massenvernichtungswaffen könnten laut Duma-Chef eingesetzt werden. Eine besondere Rolle in der Kommunikation nimmt dabei auch die Mittelstreckenrakete Oreschnik ein, die bei den Angriffen zum Einsatz kam. Während sie vom Kreml vor allem als Propagandawaffe genutzt wird, reagieren die eigenen Militärblogger und Propagandisten hingegen mit Spott.
Klar ist: Russland will mit seinen Drohungen die Ukraine und ihre Unterstützer einschüchtern und spalten. Dass Deutschland hierbei ein spezifisches Ziel darstellt, zeigt sich aktuell ebenfalls daran, wie Desinformationsbemühungen gegen die Bundesrepublik intensiviert werden:
- Wie der Kreml gezielt versucht, den Bundeskanzler zu unterminieren und die AfD zu stärken, hat Politico – mit Einschätzungen aus unserem Datenanalyse-Team – zusammengefasst.
- Vertrauliche Dokumente der Propaganda-Firma “Social Design Agency” (SDA) geben Einblick, wie der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah und der ehemalige Linken-Abgeordnete Diether Dehm in russische Desinformationskampagnen eingeplant gewesen sein sollen.
- Zudem zeigt der Leak das russische Vorgehen in False-Flag-Sabotageaktionen und dass SDA an einem Wikipedia-Klon arbeitet, der russische Propaganda verbreiten soll.
Dass die Propaganda durchaus Wirkung zu zeigen scheint, verdeutlicht eine neue Umfrage des Instituts Insa: Nur noch 38 % der Befragten machen sich Sorgen vor einem möglichen russischen Angriff auf Deutschland, im September 2025 waren es noch 52 %. Die generelle Gefahr im digitalen Raum wird hingegen deutlich ernster genommen: Zwei Drittel zeigen sich besorgt über die möglichen Auswirkungen von Cyberangriffen, Sabotageakten und Desinformation.
Mit den besten Grüßen
Hannah Schimmele
Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen Desinfo-Briefing als Editorial erschienen. Wenn Sie das Briefing mit den neuesten Hintergründen und Analysen rund ums Thema Desinformation erhalten wollen, abonnieren Sie es gerne hier.
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