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2. Februar 2026 8 Minuten

Magdeburg, Melania und Mastodon

Liebe Leserin, lieber Leser,

Deutschland hat einen neuen Ministerpräsidenten. Und es ist der jüngste von allen.

Sven Schulze übernahm am Mittwoch in Magdeburg von Rainer Haseloff die Staatskanzlei von Sachsen-Anhalt. Und das mit einem Überraschungseffekt: Er erhielt zwei Stimmen mehr als die Deutschland-Koalition Abgeordnete hat. Sein Vorgänger Haseloff scheiterte sowohl 2016 als auch 2021 im ersten Wahlgang. Mehr über den mächtigen Unbekannten im Porträt, die bisherige Bilanz der Landesregierung können Sie hier nachlesen.

  • Das Manöver ist bekannt: Der Neuling soll noch etwas Amtsbonus bekommen, bevor er sich der Wahl stellen muss. Wo das geklappt hat und wo nicht, hat der Tagesspiegel zusammengestellt (€).

  • Was passieren könnte, wenn Schulze scheitert, zeigen diese fünf Ideen, mit der die AfD in Sachsen-Anhalt wirbt (€).
  • Haseloff war knapp 15 Jahre im Amt, Winfried Kretschmann wird demnächst in Baden-Württemberg mit einer ähnlich langen Amtszeit aus dem Amt scheiden. Der Titel des dienstältesten Landeschefs wird also bald an diesen Sozialdemokraten gehen.

Im Nachbarland Thüringen soll es nach dem Willen von Björn Höcke auch bald einen neuen Regierungschef geben. Dafür will er am Mittwoch Mario Voigt mit einem Misstrauensvotum stürzen. Wie erfolgreich Höcke mit dem Antrag sein könnte, schreibt der Focus.

In den USA wurden indes mehr als drei Millionen weitere Seiten der Epstein-Akten veröffentlicht. Mindestens eine Überraschung halten die Akten aber noch bereit: Brett Ratner taucht darin auf. Kennen Sie nicht? Wahrscheinlich schon, denn er ist der Regisseur des neuen “Melania”-Films, der gerade seinen Start feiert. Dessen Kritiken gehen weit auseinander: Den “schlechtesten Film des Jahres” (schon im Januar) sieht die Morgenpost, während die Welt der Amazon-Produktion einen Oscar überreichen möchte. Mit dem Trailer können Sie sich einen eigenen Eindruck verschaffen. Die ersten Zahlen an den Kinokassen sehen gut aus, nur in Südafrika nicht: Der Film wurde kurzerhand aus dem Programm gestrichen.

Auch wenn es an Filmvorlagen erinnert, ist das Vorgehen der ICE-Beamten hingegen grausame Realität. Traurige Ikonographie erlangte nun ein 5-Jähriger mit Hasenohren-Mütze und Spiderman-Rucksack, der verhaftet wurde. Gemäß der Anordnung eines Richters sollen Liam und sein Vater nun freigelassen werden.

  • Was ICE nun bei den Olympischen Winterspielen in Mailand machen soll, weiß das ZDF.

  • Protest gegen ICE und viele politische Statements gab es auch bei den Grammys gestern Abend.

  • Währenddessen geht die Aufrüstung der Einwanderungsbehörde weiter. Das Unternehmen Palantir spielt dabei eine große Rolle, wie Heise berichtet.

Genug Gründe, sich digital unabhängiger von den USA zu machen. Denkt sich auch der Bundestag und stellt das gesamte digitale Ökosystem des Parlaments auf den Prüfstand. Neuer Messenger-Dienst soll etwa laut Table.Media “Wire” werden, außerdem stabileres Netz im Regierungsflieger. Und auch wenn Sie nicht zufällig die IT eines Parlaments betreuen, hat der Digital Independence Day eine Übersicht, welche europäischen Alternativen es für Ihre Anwendungen gibt.

  • Auf die gestrige zweite Ausgabe des digitalen “Unabhängigkeitstags” blickt der HR.

  • Für viele ist auch der Messenger Signal eine Alternative. Doch nun läuft eine Phishing-Kampagne gegen Personen aus Journalismus und Zivilgesellschaft auf der Plattform.
  • Dass Europas Staatschefs weiterhin auf X – und nicht etwa Mastodon oder Bluesky – posten, geht gar nicht, findet Christian Stöcker. Warum die Bundesregierung es trotzdem tut, erklärt die Tagesschau.

Abschließen müssen wir mit zwei Nachrufen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist am Wochenende nach langer Krankheit verstorben. Die ARD würdigt sie mit einem Nachruf, ihr Leben in Bildern gibt es als Fotostrecke beim SPIEGEL.

Abschied nehmen heißt es auch vom ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Marco Bülow, der in seiner politischen Laufbahn zahlreiche Stationen durchlief und dabei auch oft aneckte. Die taz schaut auf das politische Leben des Dortmunders zurück, der mit nur 54 Jahren am Freitag verstarb.

Mit den besten Grüßen zum Wochenstart

Philipp Sälhoff


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