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16. September 2026 4 Minuten

In fünf Wahlbeeinflussungen um die Welt

Liebe:r Leser:in,

willkommen im Superwahlherbst.

Von Mecklenburg-Vorpommern über Moskau bis hin zu den Midterms in den USA stehen in den kommenden Wochen Abstimmungen mit potenziell großer politischer Tragweite an. Während sich der Kreml vor seiner Duma-Scheinwahl am Wochenende über eine angebliche Einmischung der EU in den Wahlprozess beschwert, sieht man in anderen Ländern sehr viel deutlichere Beispiele von Desinformation:

  • Vor der schwedischen Parlamentswahl am vergangenen Wochenende verbreitete ein bereits in den Niederlanden aktives Netzwerk pro-russische und migrationsfeindliche Narrative in den sozialen Medien, während auch die rechtspopulistischen Schwedendemokraten mit Desinformation auffielen.
  • Warum Schwedens Parlamentswahl nichtsdestotrotz von russischen Einmischungsversuchen vermutlich weniger getroffen wurde als Wahlen in größeren europäischen Ländern, erklärt Politico.
  • In den USA greift Präsident Trump weiter die Wahlintegrität an: Im Streit um die unliebsame Briefwahl musste er nun eine Niederlage einstecken, lässt jedoch dank seiner Untätigkeit gegen die Einmischung aus Russland ein Einfallstor für eben jene Einflussnahme offen.
  • Die Demokraten reagieren bereits mit Weiterbildungen für Freiwillige, um Resilienz gegen Desinformation zu den Wahlen aufzubauen.

  • Russland mischt auch schon mit: Im Rahmen der Matroschka-Kampagne werden Deepfakes von Prominenten unter Hashtags wie “#AllDemocratsAreCriminals” verbreitet, um die Demokratische Partei zu diskreditieren.

Auch in Deutschland ist die Kampagne weiter aktiv. Nach Sachsen-Anhalt konzentriert sich die russische Einflussnahme nun vor allem auf die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern am kommenden Wochenende. Die Folgen des Wahlausgangs könnten gravierend sein, wird doch bereits jetzt die Debatte um einen möglichen “Kanzlertausch” sowie um ein Ende der Brandmauer für Stimmungsmache und Verunsicherung instrumentalisiert.

Wer selbst kurz vor der Ziellinie noch aktiv gegen Desinformation werden möchte: Bei den Kolleg:innen von codetekt läuft noch bis zum 20. September eine Challenge, die unter dem Motto “Flood the zone with trust” zur Überprüfung von Falschmeldungen aufruft.

Nicht nur vor Wahlen, sondern gerade auch im Krisenfall ist eine belastbare Informationsgrundlage sehr wichtig. Wie Mitarbeiter:innen auf Krisensituationen vorbereitet und gegen Desinformation sensibilisiert werden können, vermitteln wir in unserem neuen Civic Preparedness Projekt, das wir zusammen mit PHINEO und den Johannitern umsetzen!

Am 22. Oktober findet ein offener, kostenloser Pilot-Workshop in Berlin statt. Zur Anmeldung geht es hier.

Mit den besten Grüßen

Hannah Schimmele


Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen Desinfo-Briefing als Editorial erschienen. Wenn Sie das Briefing mit den neuesten Hintergründen und Analysen rund ums Thema Desinformation erhalten wollen, abonnieren Sie es gerne hier.

Autor:in

Foto von Hannah Schimmele

Hannah Schimmele

Head of Information Integrity