Heimspiel für die Bundesregierung

Liebe Leserin, lieber Leser,
vielleicht hilft ja die festliche Gastgeberrolle aus dem Umfrageloch.
Das ganze Kabinett war zugegen, um am letzten Wochenende beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung zwischen Hitzewelle und Hauptstadtgewitter mit über 80.000 Interessierten in den Dialog zu gehen. Nur eine Ministerin fehlte: Katherina Reiche ließ sich entschuldigen.
- Terminüberschneidungen seien der Grund, teilte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums mit.
- Für die neue Kommunikationsoffensive hätte es sicher was gebracht. Die soll nun ein ehemaliger Merkel-Berater in Fahrt bringen.
- Ein Rückblick auf das Wochenende im Regierungsviertel inklusive Leaks aus dem Kanzlerkühlschrank hat das ZDF.
- Besser in der Öffentlichkeit ankommen, wollte auch das Bundesumweltministerium und kreierte einen Song für Ressourcenschonung. Allerdings mit Hilfe von KI, was für reichlich Kritik sorgt (€).
- Auch nicht gerade sparsam war man beim Auswärtigen Amt: Mehr als fünf Millionen Euro wurden an Bundesbedienstete im Ausland zu viel überwiesen. Nun prüft man Regressansprüche gegen den Dienstleister.
- Auch bei der GIZ scheint Geld verloren gegangen zu sein, aber laut WamS-Bericht (€) mit Vorsatz.
Ein anderer Lichtblick könnte (zumindest bisher noch) die Fußball-WM sein, bei der Julia Klöckner beeindruckende Tipp-Fähigkeiten bewies. Weitere politische Perspektiven auf das Turnier:
- Wie rechte Politik in den USA, Kolumbien oder Brasilien die Fußballspiele instrumentalisiert, berichtet die Sportschau.
- Beziehungspflege wollte Merz mit US-Präsident Trump betreiben und schenkte ihm ein eigenes Trump-DFB-Trikot. Allerdings kein echtes, wie sich nun zeigt.
- So richtig warm sind sich auch Kanzler Merz und Bundestrainer Nagelsmann noch nicht geworden (€), anders als vorherige Kanzler und Trainer es waren.
- Die vermeintliche White Power Geste eines Video-Schiedsrichters hat die FIFA nun zu den Akten gelegt.
-
Darf man Deutschland-Spiele auf einem Parteitag schauen? Darüber stritt die Linke auf ihrem Parteitag in Potsdam.
Während Italien in den USA erneut nur die Zuschauerrolle einnimmt, eskalierte aber der Disput zwischen Giorgia Meloni und Donald Trump. Trumps Behauptung, dass Meloni nach einem gemeinsamen Foto gebettelt habe, konterte diese mit einer klaren Ansage, “Ich und Italien betteln niemals.”
Es gab eine Zeit, da galt Melonis Job als politische Drehtür, so schnell wechselten dort die Premierminister:innen. In den letzten Jahren galt das aber eher für Großbritannien. Allein Meloni hat in ihrer Amtszeit schon drei Hauptmieter:innen der 10 Downing Street kennengelernt. Bald wird es einen vierten geben: Keir Starmer hat gerade seinen Rücktritt angekündigt. Trump wusste das natürlich schon vorher. Weiter soll es mit “Labours letzter Hoffnung”, Andy Burnham gehen. Ein Porträt.
Mit den besten Grüßen zum Wochenstart
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