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26. Januar 2026 8 Minuten

But why?

Liebe Leserin, lieber Leser,

die USA erleben gerade klirrende Kälte und einen sich entzündenden innenpolitischen Konflikt zugleich.

Während ein monumentaler Wintersturm mit Temperaturen von bis zu minus 45 Grad fast die Hälfte des Landes im Griff hält, wurde in Minnesota erneut ein Anti-Trump-Demonstrant erschossen. Notwehr oder vorsätzliche Tötung? Videoaufnahmen und Zeugen sprechen bisher gegen die ICE-Beamten.

  • Wer der getötete Alex Pretti war, porträtiert der Spiegel.

  • In Trump we distrust: Um Beweismittel vor den Bundesbehörden zu schützen, wurden einstweilige Verfügungen erlassen.
  • Was Trumps historische Unbeliebtheit für die Zwischenwahlen bedeutet, erklärt die Zeit anhand von Daten und Zahlen.
  • Ein neues Tool des American Sunlight Project gibt einen umfassenden, interaktiven Überblick über die bisher mehr als 200 Zensurvorfälle unter Trump II.

Auf der Weltbühne inszeniert sich Trump weiter als Friedensstifter. Auch wenn er eine gewaltsame Einnahme von Grönland erst unter Druck ausgeschlossen hat. Das ist wohl auch dem Auftreten der EU und ihrer angedrohten “Handels-Bazooka” zu verdanken. Mit welcher – tatsächlich angsteinflößenden – Munition diese feuern würde, hat LTO analysiert.

Frieden ist auch das proklamierte Ziel des “Board of Peace”, welches Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos initiierte. Das Ticket zur “Gegen-UN” gibt es für 1 Milliarde Dollar Mitgliedsbeitrag. Das Veto-Recht liegt natürlich bei Trump selbst – immer. Das mag absurd klingen, aber viele Länder machen mit. So funktioniert der Friedensrat und eine vollständige Liste der Mitglieder gibt es hier.

Einer wurde direkt wieder ausgeladen: Kanadas Premier Mark Carney nach der wohl wegweisendsten Rede (Mitschnitt) von Davos. Die viralste (Mitschnitt) hielt hingegen Emmanuel Macron. Nicht nur, weil er ein körperliches Leiden anders – und sagen wir etwas eleganter löste als Olaf Scholz seinerzeit (siehe Social-Media-Fundstück) – sondern auch durch seine Aussprache, die ihm gleich einen Dance-Hit einbrachte.

Die EU wäre aber nicht die EU, würde sie dem Moment der Stärke nicht postwendend einen zum Augenrollen folgen lassen: Nach 25 Jahren Verhandlung sollte das Mercosur-Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südamerika endlich in Kraft treten. Doch das EU-Parlament schob dem überraschend einen Riegel vor. But why? Während die Grünen das Abkommen aus ökologischen Gründen bremsten, taten die Rechten es aus protektionistischen. Am Ende stimmten sie gemeinsam und ließen das Abkommen an den EuGH verweisen. Damage done.

  • Das interne Kurzbriefing zur Schadensbegrenzung macht die Sache auch nicht besser.

  • Wie das Mercosur-Debakel die Brandmauer-Logik der Grünen erschüttert, berichtet die taz.

Da wollte nicht nur Cem Özdemir im Boden versinken – oder in die Berge emeritieren. Das liegt nämlich gerade im Trend: Dieser Pinguin geht gerade noch viraler als Macron und stellt ebenfalls die Frage nach dem Warum. Was es damit auf sich hat, erklärt jeweils zielgruppen- und generationengerecht die FAZ und watson.

  • Auch Donald Trump nahm sich das Meme der Stunde zu Herzen, verwechselte jedoch einige geografische Gegebenheiten und holte sich viel Spott ab.
  • Der Economist beweist mit seinem aktuellen Cover hingegen seherische Fähigkeiten.

Trump verwechselte aber nicht nur Antarktis mit der Arktis, sondern auch gern mal Grönland mit Island oder anderen Regionen. Da machte der Tagesspiegel das einzig nachvollziehbare und rief bei der Kleingartenkolonie “Grönland e. V.” im Norden Berlins an – und die antwortete auch.

Mit den besten Grüßen zum Wochenstart

Philipp Sälhoff


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